Hat mein Tier Übergewicht?

In westlichen Ländern gilt Übergewicht mittlerweile als die häufigste Erkrankung bei Haustieren. Und wie geht es Ihrem vierbeinigen Freund? Machen Sie den Test!
Laut Studien (und je nach Land) liegt die Prävalenz, also die Anzahl der Hunde mit Übergewicht, zwischen 20 und 60 %. Bei Katzen spricht man von 11 bis 52 %. Diese Zahlen steigen leider tendenziell an, was die Frage nach gesundheitlichen Problemen und dem Wohlbefinden der Tiere aufwirft.
Wie werden Übergewicht und Fettleibigkeit definiert?
Nicht alle Autoren sind sich in diesem Punkt einig, was übrigens erklärt, warum die zuvor genannten Zahlen so stark voneinander abweichen. Allgemein geht man jedoch davon aus, dass Übergewicht einem Gewichtsexzess von 10 % im Vergleich zum Idealgewicht entspricht, während Fettleibigkeit einem Überschuss von mehr als 20 % im Vergleich zum Idealgewicht gleichkommt.
Welche Tiere sind am stärksten gefährdet?
Risikofaktoren gibt es viele, und die Wissenschaft ist sich einig, dass Adipositas eine multifaktorielle Erkrankung ist.
Es gibt tierbezogene Faktoren, wie etwa:
- Die Rasse : Retriever-Typen gelten allgemein als Risikorassen;
- Das Geschlecht : Hündinnen sind häufiger gefährdet, während bei Katzen Kater öfter betroffen sind;
- Die Kastration : Kastrierte Tiere haben ein höheres Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit, da der Sexualhormonspiegel den Energiebedarf stark beeinflusst;
- Das Alter : Wie beim Menschen wird der Körperfettanteil vom Alter beeinflusst;
sowie Umweltfaktoren:
- Lebensstil und körperliche Aktivität: Katzen, die ausschließlich in der Wohnung leben, leiden häufiger unter Übergewicht und Fettleibigkeit. Dies liegt nicht nur daran, dass sie oft weniger aktiv sind als Katzen mit Auslauf, sondern auch am Stress, der durch das Wohnungsleben (z. B.) entsteht. Die
- Ernährung: Sowohl die Menge der aufgenommenen Kalorien als auch die Qualität des Futters spielen eine Rolle. Vorsicht bei Leckerlis und kleinen „Extras“ – oft ist es das Verhalten des Halters, das die Energiebilanz kippen lässt.
Auch wenn die Genetik eine Rolle spielt, sind Übergewicht und Fettleibigkeit in den allermeisten Fällen das Ergebnis eines Ungleichgewichts zwischen Kalorienzufuhr und Energieverbrauch.
Wie erkenne ich, ob mein Tier übergewichtig ist?
Die von Fachleuten üblicherweise verwendete Methode zur Beurteilung des Körperzustands von Haustieren heißt Body Condition Score (BCS). Diese Bewertungsskala lässt sich einfach und schnell zu Hause durchführen. Sie reicht von 1 bis 9, wobei 1 dem magersten Zustand und 9 dem stärksten Übergewicht entspricht.
Diese Bewertung erfolgt
- Beim Betrachten Ihres Tieres von der Seite und von oben: Die Taille sollte deutlich sichtbar, aber nicht übermäßig ausgeprägt sein;
- und beim Abtasten der Rippen: Man sollte sie spüren können, ohne dass sie hervorstehen.
Jeder Aufstieg auf der Skala über 5/9 (dem „Idealgewicht“) hinaus entspricht einer Zunahme des Fettgewebes um 10 %. Hat Ihr Hund oder Ihre Katze beispielsweise einen Body-Condition-Score von 6/9, bedeutet dies ein Übergewicht von 10 %. Das Tier ist übergewichtig. Die Scores 7, 8 und 9/9 werden bei Adipositas vergeben.
Diese Methode ist, auch wenn sie stark von der Erfahrung des Anwenders abhängt, eine zuverlässige Methode. Tatsächlich haben bildgebende Untersuchungen gezeigt, dass die Ablagerung von Fettgewebe bei Gewichtszunahme bevorzugt im subkutanen Bereich und hauptsächlich im Brust- und Lendenbereich erfolgt.
Quellen:
- Das wachsende Problem der Adipositas bei Hunden und Katzen: Diese Literaturübersicht behandelt verschiedene Techniken zur Quantifizierung des Fettgewebes bei Tieren, die unterschiedlichen Ursachen von Adipositas, damit verbundene Erkrankungen sowie deren Management.
- Adipositas bei Hunden und Katzen verstehen und managen: Diese Literaturübersicht fasst die mit Adipositas bei Hunden und Katzen verbundenen Risiken sowie die verschiedenen Ursachen dieser Erkrankung zusammen. Die Autorin gibt Tierärzten zudem einige Schlüsselhinweise zur Diagnose und zum optimalen Management (sowohl aus ernährungsphysiologischer als auch aus kommunikativer Sicht im Umgang mit dem Besitzer). Abschließend wird die Prävention dieser häufig auftretenden Erkrankung thematisiert.
- Adipositas bei Hund und Katze: Eine metabolische und endokrine Störung: Diese Literaturübersicht zeigt die Bedeutung des Fettgewebes für den normalen Stoffwechsel auf, insbesondere in Bezug auf Appetit, Energiehaushalt sowie den Glukose- und Fettstoffwechsel.
- Adipositas und assoziierte Komorbiditäten beim Menschen und Haustier: Eine „One Health“-Perspektive: Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Biologie, Prävalenz und Risiken von Adipositas bei Menschen und Haustieren und untersucht die Zusammenhänge zwischen Adipositas, Diabetes mellitus und Krebs bei diesen Spezies.
- Risikofaktoren für Adipositas beim Hund in Frankreich: Diese Studie mit über 600 Hunden (als gesunde Population betrachtet) hatte zum Ziel,
- die Prävalenz von Übergewicht bei Hunden in der über einen Zeitraum von 3 Monaten zur Impfung an der École Nationale Vétérinaire d’Alfort (ENVA) vorgestellten Population zu bewerten;
- Risikofaktoren für Übergewicht und Adipositas zu untersuchen;
- die Wahrnehmung des Besitzers hinsichtlich des Body Condition Score seines Hundes zu evaluieren.
- Eine epidemiologische Studie zu Umweltfaktoren im Zusammenhang mit Adipositas beim Hund: Ziel dieser Studie mit fast 700 Tieren war es, die Zusammenhänge zwischen sozioökonomischen Faktoren und anderen Umweltfaktoren mit caniner Adipositas zu bewerten.



